EU will Chinas Preis-Dumping stoppen

Harsche Vorwürfe: Chinesische Hersteller von Photovoltaik-Anlagen sollen gezielt versuchen, ihre europäische Konkurrenz durch Preis-Dumping in den Ruin zu treiben. Nun schreitet die EU ein.

Die EU-Kommission hat entschieden, ein Antidumping-Verfahren gegen Solarprodukte aus China zu eröffnen. Initiator der Klage ist das Bündnis europäischer Hersteller von Solaranlagen EU ProSun. Der Verband nannte sein Vorgehen einen wichtiger Schritt für fairen Wettbewerb und den Erhalt der Zukunftstechnologie Photovoltaik in Europa.

EU ProSun: China verletzt europäisches Handelsrecht

Hintergrund der Klage ist der wachsende Absatz von aus China stammenden Billig-Solaranlagen in Europa. Als Folge dieses aggressiven Preis-Dumpings mussten im vergangenen Jahr mehr als 20 namhafte Solarhersteller in Europa ihre Produktion einstellen und Insolvenz anmelden. EU ProSun sieht im Verhalten Chinas eine Verletzung des Handelsrechts durch Preis-Dumping.

Das Verfahren der EU-Komission sei ein starkes Signal, dass die EU China diesen kontinuierlichen Verstoß gegen europäisches Recht nicht durchgehen lasse, so der Verband. Es werde über den Solarsektor hinaus positive Auswirkungen auf den gesamten Bereich der Erneuerbaren Energien und der damit verbundenen Produktionsstätten und Arbeitsplätze in Europa haben.

Preis für Solaranlagen decken gerade mal 20 Porzent der Herstellungskosten

Das Verfahren hat Erfolg, wenn nachgewiesen wird, dass China Anlagen zu Preisen verkauft, die weit unter dem Herstellungspreis liegen. EU ProSun wirft China vor, eine Dumping-Marge zwischen 60 und 80 Prozent in Kauf zu nehmen. Die chinesischen Anbieter selbst machen dadurch zwar enorme Verluste, gehen aber nicht bankrott, weil ihnen die chinesische Regierung unbegrenzten Zugang zu Krediten gewährt. Es gehe es darum, mit Hilfe von Dumping ein Monopol für Solarstromtechnologie aufzubauen.